Erdbeeren

Erdbeeren

Erdbeeren zählen zu den köstlichsten Früchten im Garten. Alle wünschen einen humusreichen Boden in sonniger oder halbschattiger Lage. Den Humusgehalt des Bodens kann man durch Stallmist, Torf, Rindenmulch oder andere organischen Abfälle verbessern. Ideal ist Komposterde aus dem eigenen Garten. Unter den Erdbeeren gibt es verschiedene Sortengruppen, die auch unterschiedliche Ansprüche haben.

Die Kletter- und Hängeerdbeeren zählen zu den immertragenden Sorten und bilden bereits an den Ausläufern Blüten und Früchte. Alleine klettern sie nicht, man muss sie anbinden oder wie die Hängeerdbeeren ranken lassen. Zieht man diese Pflanzen im Topf, dann sollte dieser wenigstens 5 Liter Volumen haben. Natürlich sind auch Blumenkästen und ähnliches als Pflanzgefäße geeignet. Der Topf und somit der Wurzelbereich sollten nicht der unmittelbaren Sonne ausgesetzt sein. Die Wurzeln können da durch Überhitzung Schaden nehmen. Diese immertragenden Sorten können  von Juni bis zum Frost ständig beerntet werden. Unter der Sonne im Hochsommer ist der Geschmack der Früchte am besten. Fäulekrankheiten sind sehr selten, da die Früchte nicht auf dem Boden liegen und schnell abtrocknen. Die Sortengruppe der immertragenden Erdbeeren ist bei Kindern sehr willkommen, da man ständig naschen kann. Eine der geschmacklich besten Sorten ist Mara de Bois.

Wild- und Walderdbeeren  haben kleine Früchte, aber der Geschmack ist meist einmalig. Sie kommen auch noch mit schattigen Standorten zurecht und können unter Gehölze gepflanzt werden. Sie wollen ungestört wachsen und man läßt sie regelrecht "verwildern". Mit der Zeit bilden sie Teppiche und unterdrücken auch das Unkraut. Die Ernte ist etwas mühsam, der aber Geschmack entschädigt für alles. Unsere beste Sorte ist die russische Teppicherdbeere.

Zu den Gartenerdbeeren zählen die meisten bekannten Sorten etwa wie Mieze Schindler oder Havelland. Sie werden meist zweijährig angebaut, da aber dem dritten Jahr die Fruchtgröße nachläßt. Ob man in Reihen pflanzt  oder die Pflanzen einzeln setzt ist jedem selbst überlassen. Wichtig ist, das an die Pflanzen Licht, Luft und Sonne kommt. Nur so können gesunde und schmackhafte Früchte reifen. Erdbeerpflanzen wurzeln recht tief, so daß man selten gießen muss.Ausreichende Düngung ist wichtig, da in kurzer Zeit eine Menge Früchte gebildet werden. Ich kann auch hier die Blattdüngung empfehlen. Ab Juli bilden die Mutterpflanzen meist Ausläufer. Diese können zur Vermehrung genutzt werden. Auch der zweite oder dritte Ausläufer an einer Ranke gibt kräftige Pflanzen, denn sie sind genetisch alle gleich. Wer Erdbeeren im Garten anbaut wird diese natürlich vollreif ernten. Dann ist der Geschmack am besten. Einige Sorten wie Königin Luise sind so weich, daß man sie nicht  transportieren kann. Aus diesem Grunde sind Früchte im Handel nicht erhältlich.

Eine ganz besondere Sortengruppe sind die Moschuserdbeeren. Sorten wie Marie Charlotte oder die Dufterdbeere aus Lothringen sind  geschmacklich eine richtige Delikatesse.Da die Früchte sehr weich sind und nicht lagerfähig, wird man sie im Handel nicht bekommen. Die Fruchtfarbe der Moschuserdbeeren variiert je nach Sorte zwischen hellrosa bis lila. Wenn in Italien Früchte der Moschuserdbbersorte Profumata di Tortona reifen dann pilgern viele Feinschmecker in diese Region um die köstlichen Früchte zu probieren. Warum also nicht besser im eigenen Garten anbauen? Moschuserdbeeren mögen eher leicht kalkhaltige Böden.

Rote Erdbeeren sind allen bekannt aber warum nicht mal andersfarbene Erdbeeren? Weiße Ananas und Weidling und Lucida perfecta haben weiße Früchte mit einer leichten Ananasnote. Dies sind alte Sorten die von einigen Anbietern in letzter Zeit mit neúen Namen auf den Markt gebracht werden. Etwas ganz besonders dürfte unsere alte Sorte Schwarzer Peter sein, Die Früchte sind bei Vollreife lila mit einem leichten Schwarzton. Die Früchte stehen auf kräftigen Stielen straff nach oben, was das Pflücken erleichtert. Fäule tritt kaum auf, da die Früchte nicht auf dem Boden liegen. Etwas ganz besonderes ist auch die lilafarbene Deutsche Gewürzerdbeere. Zu den ungewöhnlichsten Sorten zählen die Aprikosenerdbeeren. Die Früchte dieser Sortengruppe sind meist weiß, klein und mit einem kräftigen Geschmack nach Aprikose und Nektarine. Vögel meiden diese hellen Sorten!